Ateliers im Alten Schlachthof
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Pavillon Trio

Donnerstag, 29.3.12

20.00 Uhr

„Pavillon Trio“

Michael Kiedaisch
Xu Fengxia
Dorle Ferber
Neue Weltmusik, Kreatives Repertoire, Himmelstürmende Anerkennung, die noch relativ neue Formation von Dorle Ferber lässt aufhorchen, haben sie erst einmal die sicheren Gewässer am Bodensee verlassen. Denn was die musikalische Kreativität der drei Protagonisten Dorle Ferber, Xu Fengxia und Michael Kiedaisch anbelangt sind die Horizonte weit gespannt.
Das Repertoire reicht von Ausschnitten aus der Carmina burana über die Himmel über Shanghai bis hin zu dadaistisch – musikalisch umklammertem Mittelalter aus den Minnegedichten des Walther von der Vogelweide und zu einer sehr eigenwillig-attraktiven Interpretation von Berthold Brechts „Seeräuberjenni“. Natürlich stehen für das an „Weltmusik“ interessierte Publikum die „exotischen“ Instrumente im Vordergrund, für welche die Klänge der Guzheng und der Sanxian, von Xu Fengxia gekonnt und mit ganzem Einsatz gespielt, beispielhaft stehen. Verblüffend, welche Möglichkeiten die traditionellen, chinesischen Instrumente auch im Zusammenklang mit westlicher Musik bieten. Xu Fengxia dürfte dem Schlachthof-Publikum bestens bekannt sein, trat sie doch schon in ganz unterschiedlichen Formationen dort auf.
An der Schnittstelle zwischen Poesie, Musik und post-dadaistischen Klangexperimenten bewegt sich seit vielen Jahren Dorle Ferber. Sie lebt in der Nähe des Bodensees, wuchs aber in Mannheim auf, wo sie in den siebziger und achtziger Jahren als Sängerin und Geigerin eine bekannte Figur in diversen Rock- und Folkensembles war, Theater- und Filmmusik komponierte und aufführte. Einen Eindruck ihres gereiften Personalstils, der zu Vergleichen mit Laurie Anderson oder Iva Bittova anregt, gibt die  CD »Stroh zu Gold«. Modernste Vokalphrasierungen zeigen die Nähe der Dorle Ferber zur Freiheit der konkreten Poesie und des Jazz. Ihre Integrationsfähigkeit und ihre multikünstlerische Lust führt irgendwie durch die Avantgarde des 20. Jahrhunderts.
Michael Kiedaisch's Intentionen in der Musik sind so vielfältig wie diese selbst, - sich für das breite Spektrum der musikalischen Welt zu interessieren - sich nicht festlegen zu wollen auf eine bestimmte Spielform - sich nicht mit einem Instrument zu begnügen - sich mit anderen Kunstformen auseinanderzusetzen - sich somit zwischen viele Stühle zu setzen - sich musikalisch oft von einem Ort zum andern zu bewegen ohne irgendwo ausschließlich bleiben zu wollen - sich gerne auf Experimente einzulassen - sich auch immer wieder zu fragen wie es weitergehen kann - so ließe sich seine Arbeitsweise am ehesten charakterisieren. Dabei bewegt er sich vorwiegend im Spannungsfeld  Jazz - Freie Improvisation - Neue Musik.

www.dorle-ferber.de